25. August 2008

Und bin so klug als wie zuvor

Viel ist passiert seit meinem letzten Eintrag. Bereits damals hatte ich schriftlich Kontakt zu einer jungen Dame und träumte Tag und Nacht davon, sie endlich in Fleisch und Blut kennen zu lernen. Und dennoch hatte ich zugleich Angst davor, vorwiegend Angst vor ihr. Nicht vor Anfang August 2007 sollte sich mein Traum erfüllen. Und alle meine Angst bewies sich als unsinnig, als ich ihr in die Augen sah.

Nach meiner Rückkehr in meine 700 Kilometer entfernte Heimatstadt fiel ich neuerdings in ein Loch, denn es erschien mir, als hätte ich das Glück nur geträumt. Es folgten schwere Monate, geprägt von Angst und Mißtrauen, die mir aber sehr halfen, zumal sie mir andere, tiefer verwurzelte Probleme an die Oberfläche brachten. Und so begann ich mit Hilfe, mein Leben zu verbessern. Gerade befand ich mir zudem in einer Lebensperiode, in der ich mich einzig und allein auf eine Prüfung im weiteren Sinne vorbereitete, und nicht selten agierte ich verletzend, aus Angst, selbst verletzt zu werden. Doch meine Partnerin war damals endlos geduldig mit mir.

Das änderte sich, als die Zeit meines Zivildienstes begann und ich regelrecht aufblühte. Mein Mißtrauen verlor sich immer mehr, und ich fühlte mich einfach nur noch glücklich, wie in einem länger anhaltenden Rausch. In dieser Zeit verlor sich auch meine Schüchternheit, und ich begann auszugehen, ohne Angst zu haben, daß sich meine Partnerin aus Langeweile schnell an einen anderen Mann heranmacht. Das passierte nicht, vielmehr kehrte sich nun der Wind um und sie wurde wahnhaft eifersüchtig. Etwa sieben Monate währte dieser Zustand, bis sie Ende Juni 2008 in der Beziehung einen Schlußstrich setzte. Es folgten Wochen ohne Kommunikation, und ich lebte weiterhin in meiner Glaskugel des Glücks und war scheinbar unberührt von der Trennung.

Vor drei Wochen küßte ich eine andere und war auch tatsächlich neu verliebt, aber nach nur einer Woche fand sie schon einen anderen, und ich fühlte einen regelrechten Schlag in die Magengrube. Ich war verletzt und sagte ihr meine Meinung unmißverständlich, wodurch die Kommunikation starb. Heute Abend erzählte mir dann meine frühere Partnerin von ihrem Vorhaben, mit einem anderen Mann zu schlafen. Hier sitze ich nun und sortiere den Trümmerhaufen.

07. Januar 2007

Einsamkeit

Guten Tag. Eigentlich war es meine Absicht, hier als „registrierter Leser“ zu fungieren, ich nehme jedoch die Einladung zu schreiben hiermit dankend an.

Einsame und schüchterne Zeitgenossen haben die üble Eigenschaft, schon dann in Träumereien zu verfallen, wenn jemand allein verstärktes Interesse an ihnen zeigt, und haben enorme Schwierigkeiten, Signale richtig einzuordnen, wissen nicht, was nun Spaß ist und was Ernst. Einige mehrdeutige Andeutungen, verstärktes Interesse an meiner Person, und schon beginne ich wieder zu träumen — nicht einmal von einer bestimmten Person, gewissermaßen von allen potentiellen Partnerinnen — Während die Vernunftseite diesen Zustand zu unterdrücken versucht. Es tobt ein innerer Kampf zwischen dem Möglichen bzw. Wahrscheinlichen und dem Ideal, was im Geiste völliges Chaos auslöst.

Dieser Kampf äußert sich jedesmal in der gleichen Art und Weise. Zunächst tritt eine Phase des Optimismus ein, in der man sich eine Zukunft mit der gemochten Person vorstellt. Allmählich tritt man über in Sehnsucht, die gemochte Person erscheint so fern wie der Mond, den man anstarrt. Erst nach Stunden kehrt der Sinn für Realität wieder, man erkennt, daß es nicht besonders wahrscheinlich ist, mit der gemochten Person jemals zusammenzukommen. Je nach Laune und anderen Umständen kommt danach in unterschiedlicher Intensität die Phase der Einsamkeit — besonders prädestiniert hierfür die Nachtstunden. Diese Einsamkeit vergleiche ich mit einem Kater, den man nach einer alkoholintensiven Nacht hat, wenngleich ich in der Hinsicht keine Erfahrungen habe. Anstelle des Alkohols fungiert die Verträumtheit, die Auftrieb spendet und ansonsten müde Zeitgenossen für kurze Zeit zu ungewöhnlichem Enthusiasmus bewegt.